Wie können wir Veränderungen erkennen?

Die meisten von uns haben wohl ein tiefes Bedürfnis, sich zu verändern. Natürlich zum “Positiven”. Womit sich auf einen Schlag gleich 3 Fragen stellen:

  • Was ist “das Positive”?
  • Wie gelingt Veränderung überhaupt?
  • Und wie können wir erkennen, das wir uns tatsächlich verändern und nicht stagnieren?

Die Antwort auf die erste Frage fällt natürlich höchst individuell aus. Was für uns “positiv” im Sinne von erstrebenswert ist, kann für Euch völlig uninteressant und belanglos sein.

Während wir unsere tänzerischen Fähigkeiten kontinuierlich weiterentwickeln wollen, hat dies für “Tanzmuffel” natürlich keinerlei Bedeutung.

Auf die erste Frage kann es also keine allgemeingültige Antwort geben.

Bei der zweiten Frage ist die Sache schon vielfältiger. Da gibt es die – vermutlich wenigen – beneidenswerten Menschen, die sich etwas vornehmen – und es dann einfach machen. As simple as that.

Den allermeisten von uns geht Veränderung vermutlich nicht so einfach von der Hand. Wir brauchen klar definierte Ziele, diverse Unterstützer und “Friendly Reminders” sowie viel Geduld und Nachsicht mit uns selbst.

Wie aber können wir tatsächlich erkennen, ob ich wir uns tatsächlich verändern? Und wenn ja, verändern wir uns in die richtige, d.h. die von uns erwünschte Richtung? Und mit welcher Geschwindigkeit verändern wir uns?

Die Antwort auf diese dritte Frage ist keineswegs trivial. Ihr habt es bestimmt auch schon mal erlebt: Da trifft man nach längerer Zeit mal wieder eine bekannte Person und bekommt gesagt: “Du hast Dich aber verändert.” Die Überraschung ist groß, denn ich selbst habe davon überhaupt nicht bemerkt.

Wie also kann man “systematisch” Veränderung wahrnehmen, ohne auf eine zufällige Begegnung angewiesen zu sein?

Folgende drei Möglichkeiten haben wir im “Angebot”:

Dem Zufall auf die Sprünge helfen

Wir alle haben in unserem jeweiligen Bekanntenkreis Menschen, die wir nur in größeren zeitlichen Abständen sehen. Wenn wir also wissen wollen, ob wir uns verändert haben, könnte es also zielführend sein, die Begegnung mit einem solchen Menschen zu suchen, diese zu organisieren. Und dann kommt womöglich die erhoffte Bestätigung von dieser Person gleich “von selbst” – oder auf entsprechende Nachfrage.

Das kann natürlich nur funktionieren bei Veränderungen, die in irgendeiner Weise sichtbar sind: Gewicht reduzieren, Muskeln aufbauen, Haltung verbessern, öfter lächeln, die Zornesfalte zwischen den Augenbrauen entspannen u.ä.

Messen und wiegen

Was kann man nicht alles messen! Bauchumfang, Brustumfang, Umfang des Oberarms und vieles mehr. Und natürlich wiegen. Klar. Sind ja “No-Brainer”. Vorsicht! So einfach ist die Sache dann doch nicht.

Erstens müssen wir die Disziplin aufbringen, die Ergebnisse des Messens und Wiegens so festzuhalten, dass wir sie auch wiederfinden. Ein herumfliegender Zettel – keine gute Idee. Ein sauberes Blatt Papier, welches im Bad neben dem Spiegel oder an der Tür des Kleiderschranks befestigt ist – schon besser. Geht heutzutage natürlich auch elektronisch.

Das ist aber noch längst nicht alles. Wenn der Aufwand etwas bringen soll, müssen wir zu Beginn die Messbedingungen festlegen. Und die sollten dann bei jedem Mess- und Wiegevorgang eingehalten werden. Zu diesen Bedingungen gehören:

  • Um welche Uhrzeit wiege ich mich?
  • Wenn ich mich morgens wiege, tue ich das gleich nach dem Aufstehen? Oder erst nach der Morgentoilette?

Das mag nun sehr kleinlich wirken. Tatsächlich ist es aber so: Wir alle wollen schnell ein erstes Erfolgserlebnis sehen. Und das Körpergewicht schwankt nun mal ganz gehörig im Laufe eines Tages. Durch Wiegen zu unterschiedlichen Tageszeiten können sich Werte ergeben, die wir fälschlicherweise als Verbesserung – oder als Verschlechterung – interpretieren.

Hinschauen

Bleibt drittens noch das Auge. Wenn Ihr eine Veränderung erzielen möchtet, die man – theoretisch – mit den Augen wahrnehmen kann, dann haben wir noch eine Methode anzubieten.

Nehmen wir an, Ihr wollt Eure Haltung und damit die Silhouette Eures Körpers verbessern. Was in dieser Hinsicht “besser” ist, entscheidet der Betrachter, also Ihr selbst.

In diesem Fall empfehlen wir: “Vorher – Nachher”. Im Einzelnen:

Ihr habt den Entschluss gefasst, Euch in einem “sichtbaren” Punkt zu verändern. Dann zieht Ihr Euch ein Outfit an, in dem Ihr gerne “bombastisch” gut aussehen möchtet, stellt Euch hin und lasst Euch fotografieren. Auch hier gilt: Notiert Euch möglichst viele Details zu der Situation: Wochentag, Tageszeit, vor/nach dem Essen, emotionale Befindlichkeit, Beleuchtung etc.

Einen Monat, 3 Monate, 6 Monate, 12 Monate später versucht Ihr möglichst exakt diese Bedingungen wiederherzustellen: dasselbe Outfit, derselbe Wochentag, dieselbe Tageszeit, derselbe Fotograf bzw. dieselbe Fotografin mit idealerweise derselben Kamera, derselben Beleuchtung.

Und dann haltet die beiden Bilder mal nebeneinander. (Ok, bei Handys ist es schwierig, Fotos nebeneinander zu legen. Das gelingt dann doch leichter auf einem größeren Monitor.)

Wenn Ihr Euch verändert habt, werdet Ihr es sehen. Garantiert. Und zwar sofort. Ohne Messen und Wiegen.

So viel für heute. Nächste Woche geht es weiter.

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